Schloss Neuschwanstein – Kulturschatz Bayerns

Schloss Neuschwanstein

Es gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland und zieht jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Interessierte an: Die Rede ist vom Schloss Neuschwanstein bei Füssen, südlich nahe der österreichischen Grenze gelegen. Ein Kulturgut, das seinesgleichen sucht und als wertvoller Schatz des bayerischen Landes gilt. Die Faszination, die das hiesige Bauwerk und seine Geschichte umgibt, hat auch uns in seinen Bann gezogen, sodass wir uns hier auf dem Blog einmal näher mit dem berühmten Schloss beschäftigen.

Schloss Neuschwanstein: Nummer 1 unter den Top-Sehenswürdigkeiten

Schloss NeuschwansteinGewaltig und doch elegant ragen die Zinnen und Türme des Schloss Neuschwanstein in die Luft – bereits von weitem betrachtet hat das Schloss etwas Majestätisches. Umgeben von tiefem Grün ragt es vom Bergrücken linksseitig der Pöllat-Schlucht empor. Die „Jugend“, wie dieser besagte Bergrücken früher genannt wurde, war angeblich ein Lieblingsort König Ludwigs II., der kurz nach seiner Thronbesteigung im zarten Alter von 18 Jahren den (Wieder-)Aufbau des Schlosses Hohenschwangau anordnete. Im Mittelalter standen hier zwei kleine Burgen: Vorder- und Hinterhohenschwangau. In einem Brief an seinen guten Freund Richard Wagner, dem er das neue, spätere Schloss Neuschwanstein widmete, schrieb er 1868: „…in jeder Hinsicht schöner und wohnlicher wird diese Burg werden als das obere Hohenschwangau…“

Und König Ludwig ließ sich wahrlich nicht lumpen: Er erschuf beinahe in Eigenarbeit eine Vision von einem Schloss, gedacht als Rückzugsort für die verträumte und schüchterne Persönlichkeit, die er war. Ironischerweise, denn: Schon sechs Wochen nach seinem Tod wurde Schloss Neuschwanstein für Besucher geöffnet und ist bis heute ein wahrer Publikumsmagnet. Die Arbeiten am Schloss wurden nie im Sinne von König Ludwig II. fertiggestellt; Grundsteinlegung war am 5. September 1869, es folgte 1873 die Fertigstellung des Torbaus und 1880 das Richtfest für den Palas, bevor dieser um 1884 bezogen werden konnte.

Geplant waren auch ein „Maurischer Saal“ mit Springbrunnen sowie ein Ritterbad in Anspielung auf das rituelle Bad der Gralsritter. Diese Vorhaben wurden jedoch aufgrund zu großen Geldmangels nie fertiggestellt. Die Bauschulden König Ludwigs II. führten ebenso wie sein eigenwilliger Lebensstil dazu, dass er 1886 entmündigt und als regierungsunfähig erklärt wurde. Kurz nach diesem Ereignis starb er unter ungeklärten Umständen im Starnberger See.

Pompös, glamourös, …aber unvollendet

Was er hinterließ, schätzen wir heute als wertvolles Relikt der Vergangenheit, das viele Jahrzehnte und zwei Weltkriege wie durch ein Wunder unbeschadet überstanden hat. Die vielen Besucher und natürliche Erosion machen regelmäßige Restaurationsarbeiten zwar notwendig, jedoch wird von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser heutzutage alles dafür getan, Schloss Neuschwanstein mitsamt seinem Interieur weitestgehend zu erhalten. Geführte Touren durch Teile des monumentalen Schlosses hinterlassen bei ca. 6000 Besuchern täglich einen bleibenden Eindruck. Filigrane Wandbemalungen, pompöse Säle und edle Materialien lassen auf die damaligen Verhältnisse schließen. Insgesamt umfasst das Schloss eine Grundfläche von 6000qm; wäre es fertiggestellt worden, besäße es rund 200 Zimmer. Tatsächlich zur Vollendung gebracht wurden jedoch nur etwa 15 Räume.

Interieur Schloss Neuschwanstein

Doch auch die kleinen Besonderheiten Schloss Neuschwansteins sind unübersehbar: Obwohl es in klarer Anlehnung an den Stil des Mittelalters gebaut wurde, verfügte es bereits über moderne Einrichtungen wie fließendes Wasser, Telefon und eine elektronische Gegensprechanlage zum Kommandieren der Bediensteten. Das Schloss orientierte sich zudem an der Wartburg, die kurz vor einem Besuch König Ludwigs II. wieder neu aufgebaut worden war und durch einen riesigen Sängersaal hervorstach. Nach diesem Vorbild wurde auch in Neuschwanstein ein Sängersaal errichtet, der 1880 vollendet wurde und mit 27×10 Metern besonders großzügige Maße besaß.

Sängersaal Schloss Neuschwanstein

Das Schloss Neuschwanstein ist jedoch nicht das einzige pompöse Bauwerk König Ludwigs II. Auch das Schloss Linderhof, im Rokoko-Stil gehalten, sowie das Königshaus am Schachen mit orientalischen Noten und das Neue Schloss Herrenchiemsee werden dem Monarchen zugeordnet. Einige der Bauten liegen in nicht allzu weiter Entfernung des Schloss Neuschwanstein und sind ebenfalls eine Besichtigung wert. Auch das Museum der bayerischen Könige, die Pöllat-Schlucht und die Marienbrücke gelten als Anzugspunkte und sollten von Interessierten unbedingt einmal besichtigt werden. Vom Alpenhof Murnau aus erreichen Sie bereits nach einer kurzen Strecke von ca. 50km das Schloss Neuschwanstein am besten mit dem Auto, aber auch ein Tagesausflug mit Bus und Wanderung bietet sich an. Wer sich an einem verlängerten Wochenende bei uns einmal dem kulturellen Angebot der Umgebung widmen und den Besuch Neuschwansteins in Angriff nehmen möchte, für den haben wir hier einige Infos zusammengestellt:

Ticketverkaufszeiten im Ticket-Center

April bis 15. Oktober: 8 bis 17 Uhr,
16. Oktober bis März: 9 bis 15 Uhr

Öffnungszeiten Schloss Neuschwanstein

April bis 15. Oktober: 9 bis 18 Uhr
16. Oktober bis März: 10 bis 16 Uhr
täglich geöffnet außer am 1. Januar und am 24., 25. und 31. Dezember

Gut zu wissen

Die Besucher werden gebeten, keine Gepäckstücke mitzuführen und das Fotografieren zu unterlassen.
Führungen für Besucher mit eingeschränkter Mobilität sind unter vorheriger Anmeldung per Aufzug möglich:
 http://www.neuschwanstein.de/deutsch/tourist/index.htm
Anfahrt: http://www.neuschwanstein.de/deutsch/tourist/anfahrt.htm#weg

Wir wünschen viel Spaß bei der Besichtigung!